{"id":4867,"date":"2023-09-10T19:38:39","date_gmt":"2023-09-10T17:38:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.poedelwitz.de\/?p=4867"},"modified":"2023-10-17T19:39:20","modified_gmt":"2023-10-17T17:39:20","slug":"ein-offenes-und-viele-verschlossene-denkmale-in-poedelwitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.poedelwitz.de\/en\/ein-offenes-und-viele-verschlossene-denkmale-in-poedelwitz","title":{"rendered":"Ein offenes und viele verschlossene Denkmale in P\u00f6delwitz"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Jahr war auch P\u00f6delwitz dabei beim <em>Tag des offenen Denkmals<\/em>! Kea Weber (Naturfreunde und Heimatverein Groitzsch e.V., P\u00f6delwitz hat Zukunft e.V.) und Holger Schneider (P\u00f6delwitz hat Zukunft e.V.) f\u00fchrten am 8. September zahlreiche Besucherinnen und Besucher beim Dorfrundgang an den meisten der denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4uden und den zahlreichen \u201eDenkmal-Verdachtsf\u00e4llen\u201c zwar leider nur au\u00dfen vorbei, denn offen sind bei vielen der Geb\u00e4ude im Besitz der MIBRAG GmbH h\u00f6chstens D\u00e4cher, eingeworfene Scheiben oder aufgebrochene T\u00fcren.<br>Dennoch gab es viel Interessantes zu erfahren aus 750 Jahren Dorf-Geschichte:<br>Wussten Sie beispielsweise, dass P\u00f6delwitz im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg fast komplett abbrannte, die damaligen Bewohner ihr Dorf jedoch fast Original wieder auf den alten Grundrissen aufbauten? So hat sich die mittelalterliche Siedlungsform des \u201eslawischen Rundlings\u201c bis heute gut erkennbar erhalten! Eine weitere spektakul\u00e4re Rettung dieses kulturhistorischen Schatzes folgte dann 2009 bis 2021 mit dem Kampf einiger Dorfbewohner gegen die Devastierungspl\u00e4ne. Dass etwas erhalten bleibt ist also keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, an P\u00f6delwitz ist das deutlich zu sehen. Der \u201eErhalt\u201c ist etwas Aktives, es braucht daf\u00fcr eben Menschen, die etwas erhalten.<br>Gerade die historischen Geb\u00e4ude aus Holz und Lehm brauchen Menschen, brauchen Bewohner: Sie m\u00fcssen geheizt, gel\u00fcftet und nat\u00fcrlich instand gehalten werden. So sind auch vielen Geb\u00e4uden in P\u00f6delwitz die Jahre des Leerstands inzwischen deutlich anzusehen. Im letzten Herbst ist eine der gr\u00f6\u00dften Scheunen des Ortes zur H\u00e4lfte in sich zusammengebrochen.<br>Dass es die Scheunen zuerst trifft, ist oft der nicht mehr vorhandenen (landwirtschaftlichen) Nutzung zu zu schreiben \u2013 ein Problem f\u00fcr unsere Baukultur, das selbstverst\u00e4ndlich \u00fcber P\u00f6delwitz hinausgeht.<br>Damit P\u00f6delwitz wirklich bleibt, in seiner charakteristischen Siedlungsform und seinem ortsbildpr\u00e4genden historischen Baubestand, muss es also nicht nur wiederbelebt werden, bevor wir durch Leerstand und Verfall weitere Verluste in unserer Hauslandschaft erleiden. Diese Wiederbelebung muss auch mit passenden Konzepten f\u00fcr die vorhandene Geb\u00e4udesubstanz geschehen! Die Ideen des <em>P\u00f6delwitz hat Zukunft e.V.<\/em> von einem \u201eDorf der kurzen Wege\u201c, in das nicht nur die Wohnnutzung zur\u00fcckkehrt, sondern auch dorfgemeinschaftlich getragene Infrastrukturen der Daseinsvorsorge, sowie auch R\u00e4ume und Angebote des sozialen und kulturellen Lebens, tragen diesem Anspruch Rechnung.<br>Die F\u00fchrung endete schlie\u00dflich in der P\u00f6delwitzer Dorfkirche. Vom romanischen Ursprung der Kirche aus dem 13. Jahrhundert zeugen trotz des barocken Umbaus bis heute architektonische Details wie der Vierpassstein \u00fcber der Eingangst\u00fcr und ein Fenster im romanischen Stil. Mit einem Konzert von Eckehard Erben (Geige) und Thomas Schicke (Kontrabass) erlebten wir das Denkmal nicht nur visuell, sondern auch in seiner besonderen Akustik. Nach all den verschlossenen Denkmalen mit noch ungewissem Schicksal endete die F\u00fchrung in diesem offenen Denkmal also auch mit einem Signal der Hoffnung, denn die Kirche ist einer der ersten Orte, an dem das Leben in P\u00f6delwitz wieder neu erwachen darf. Die Orgel wartet auf ihre Abreise zur Restauration und die Innensanierung der Kirche wartet nur noch auf letzte Gelder. Mit dem Einbau eines WCs und einer Teek\u00fcche wird die Kirche wieder neu zu einem Ort f\u00fcr Veranstaltungen und Begegnungen \u2013 Altes respektvoll bewahrt, Neues sensibel und sinnvoll erg\u00e4nzt, um eine zeitgem\u00e4\u00dfe Nutzung zu erm\u00f6glichen: Auf dass dies auch f\u00fcr all die anderen Denkmale und sonstigen sanierungsbed\u00fcrftigen Geb\u00e4ude von P\u00f6delwitz bald m\u00f6glich werde!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Jahr war auch P\u00f6delwitz dabei beim Tag des offenen Denkmals! 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